Parodontose, Parodontitis
In der Regel ist eigentlich die entzündliche Form – genannt: Parodontitis – gemeint, die mit Zahnfleischbluten und insbesondere Schwund des Kieferknochens einhergeht.
Die häufigste Ursache hierfür ist Zahnstein unter dem Zahnfleisch (siehe das Bild mit den vier Zähnen). Der Zahnstein ist rau und beherbergt jede Menge Bakterien. Die damit verbundene Entzündungsreaktion lässt das Zahnfleisch anschwellen und bluten sowie den Knochen langsam zurückgehen. Rauchen kann den Schwund des Kieferknochens durch Parodontitis erheblich verstärken. Die eigentliche und wichtigste Therapie besteht in der zahnärztlichen Reinigung der Zähne unter dem Zahnfleisch. Die Situation kann symptomatisch gebessert werden durch Spüllösungen wie Salviathymol oder 1%ige H2O2-Lösung zum Spülen (3%ige Lösung, die der Patient selbst verdünnt: 1 Teil H2O2 + 2 Teile Wasser).
Es gibt nun ferner die schweren Formen der Parodontitis, bei denen zusätzlich ein autoimmunes Geschehen zugrunde liegt. Es handelt sich dabei um Kreuzreaktionen des Immunsystems mit bestimmten parodontalpathogenen Keimen. Bei der schweren Parodontitis steht der beschleunigte Knochenschwund mit Zahnlockerung und Zahnverlust im Vordergrund. Das individuelle Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes ist bei der schweren Parodontitis erhöht.
Die schwere autoimmune Parodontitis ist schwierig zu behandeln und würde als Autoimmunerkrankung zusätzlich ins internistische Fachgebiet gehören. Es gibt für sie bis heute keine überzeugende Therapie. Mit einer Reihe von Maßnahmen lässt sich allerdings meist dennoch eine Verbesserung des Erkrankungsgeschehens erzielen. Das Kardinalsymptom der autoimmunen Parodontitis ist der rasche, oft dramatische Knochenverlust mit nachfolgendem Zahnverlust. Verwendet werden in diesem Fall entzündungshemmende Nahrungsergänzungsmittel zur Symptomlinderung, insbesondere ungesättigte Fettsäuren wie EPA und DHA. Die Firma hypo A hat ein gesamtes Paket von Nahrungsergänzungsmitteln für die autoimmune Parodontitis (itis-Protect) im Sortiment. Natürlich können auch hier Salviathymol und H2O2 noch zusätzlich symptomatisch angewandt werden. Was ebenfalls eine gewisse Wirksamkeit aufweist ist IMMUN D (Lutschtabletten zur Dauereinnahme) der Firma Omnibiotic. Die in IMMUN D enthaltenen „guten Bakterien“ verdrängen im günstigen Fall die Problemkeime des parodontalen Milieus.
Auch Diabetes kann mit der schweren Form der Parodontitis einhergehen. Lassen Sie deshalb Ihren Langzeitzucker-Wert (Hba1c-Wert) überprüfen:
| HbA1c-Wert unter 5,7% | kein Diabetes |
| HbA1c-Wert ab 5,7 bis 6,4% | Graubereich |
| HbA1c-Wert über 6,4% | Diabetes |
Wenn Ihr HbA1c-Wert nicht unter 5,7% liegt, informieren Sie sich bitte zusätzlich unter den Eintrag „Diabetes“ auf dieser Webseite.
Vit. C, Selen und Omega-3-Fettsäuren, welche reichlich EPA und DHA enthalten, sind sehr hilfreich. (Erhältlich bei der Versandapotheke „Marktapotheke Greiff“)
Therapie der leichten Parodontitis:
- Parodontalbehandlung durch den Zahnarzt, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen
- Gute häusliche Pflege, die vom Zahnarzt begutachtet und „abgenommen“ werden sollte
- Regelmäßige Spülungen mit Salviathymol und/oder H2O2 1%ige Lösung
Therapie der schweren Parodontitis:
- Parodontalbehandlung durch den Zahnarzt, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen in eher kurzen Abständen
- Entfernung aller Störfelder im Mundraum (entzündlich veränderte wurzeltote und parodontal hoffnungslose Zähne, NICOs)
- Gute häusliche Pflege, die vom Zahnarzt begutachtet und „abgenommen“ werden sollte
- Rauchen aufhören, HbA1c-Wert senken
- Regelmäßige Spülungen mit Salviathymol und/oder H2O2 1%ige Lösung
- Einnahme von „itis-Protect“, Fa. hypo A
- Einnahme von IMMUN D, Fa. Omnibiotic
- Verwendung der Zahncreme PerioTrap (hemmt das Bakterium P. gingivalis, welches eines der Schlüsselbakterien darstellt.)
- Darmsanierung durch einen darauf spezialisierten Arzt oder Heilpraktiker oder mittels dem Mikrobiom-Scan der Firma Omnibiotic (Bestimmung des Darm-Mikrobioms sowie Einnahmeempfehlungen für Omnibiotic-Darmkeim-Präparate).
Wichtige Auslöser für schwere Parodontitis:
Teekonsum
Eine wenig beachtete Ursache für eine schwere Parodontitis kann der regelmäßige Konsum von Tee, insbesondere Schwarztee sein. Erklärung: Einige Teesorten hinterlassen in der Tasse einen sehr fest anhaftenden Belag. Dieser Belag entsteht auch auf den Zähnen und auf den Zahnwurzeln unter dem Zahnfleisch. So wie der Kieferknochen vor Zahnsteinablagerungen unter dem Zahnfleisch zurückweicht, so weicht er auch vor Teebelägen zurück. Wissenschaftlich ist gesichert, dass der Kieferknochen von Fremdkörpern wie Zahnstein einen Abstand von 2,3 Millimetern aufrechterhält. Wenn sich Zahnstein oder Teebeläge ständig weiter unters Zahnfleisch schieben, weicht auch der Kieferknochen weiter zurück. Es ist nicht im Einzelnen bekannt, welche Teesorten besonders intensiv Ablagerungen verursachen. Für Schwarztee trifft dies ganz bestimmt zu. Es könnte sein, dass Kamillentee sich günstiger verhält; dies ist jedoch nicht gesichert. Ein wichtiges Indiz für das Parodontitisrisiko eines Tees dürfte das Anhaften des eingetrockneten Tees in der Tasse sein. Ein Tee, der in der Tasse schwer zu entfernende Beläge hinterlässt, tut dies auch auf den Zähnen. Kaffee wirkt sich im Vergleich zu Tee nicht Parodontitis erregend aus.
Rauchen
Rauchen fördert gleichfalls das Entstehen einer Parodontitis, einmal wegen der Raucherbeläge wie Tee dies tut. Ferner schädigt das Kondensat die feinen Blutgefäße vom Zahnfleisch, wodurch dieses weniger widerstandsfähig wird.